Elf Wochen Videoandachten - ein Rückblick

© Andreas Klein
Veröffentlicht am Do., 18. Jun. 2020 10:23 Uhr
Gemeindebrief

Erinnern Sie sich noch an die Woche vom 15. bis zum 22. März? Am Sonntag, dem 15. März, haben wir in der Matthäuskirche noch einen Gottesdienst gefeiert – da haben wir schon auf die Feier des Abendmahls, auf die Begrüßung und Verabschiedung mit Handschlag verzichtet. Doch in der Woche darauf haben sich die Maßnahmen überschlagen. Es war der Anfang des „Lockdowns“, der ins Leben so eingreifenden Corona-Krise bei uns. 

Was machen wir denn jetzt? Wir haben damals einfach nacheinander alles abgesagt. Keine Veranstaltungen und keine Gruppentreffen, die Kaffeestube Gutleut hat für zwei Tage noch probiert, einen Lunchpaket-Service zu fahren, doch das wurde nicht recht angenommen. Wir haben uns technische Hilfe geholt, um Ausschuss- und Kirchenvorstandstreffen per „Zoom-Konferenz“ abhalten zu können. Das funktioniert gut; auch so kann man verbunden bleiben.

Für meine neue Kollegin, Pfarrerin Dr. Annegreth Schilling, war das ein Berufsstart, wie er in keinem Handbuch zu finden ist. Nichts ist normal, alles ist anders, sogar die Ordination musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Und wie soll man eine Gemeinde kennen lernen, wenn gerade Kontaktsperre eintritt? Und wie feiern wir nun Gottesdienste? Einfach gar nicht mehr?

Es war wirklich wunderbar, dass wir - Annegreth Schilling, Gerald Ssebudde und ich - sofort von der Idee begeistert waren, einfach mit Videoandachten anzufangen. Und so haben wir am 21.3., Annegreth Schillings erstem Arbeitstag in der Gemeinde, die erste Videoandacht für den darauffolgenden Sonntag aufgenommen. Mit einer Kamera, einem guten Smart-phone – am letzten Tag der Geschäftsöffnungen hatten wir noch zwei Stative gekauft – so schwer ist das alles gar nicht!

Wie viele andere Kirchengemeinden haben wir uns entschieden, kleine Andachten auf Film aufzunehmen. Dabei wollen wir nicht nur Gottesdienste abfilmen, sondern mit dem Medium Film bewusst umgehen: Zur Kamera sprechen, die Texte zur Musik als Untertitel laufen lassen, damit man zuhause mitsingen kann. 

Außerdem bietet das Medium Film Möglichkeiten, die es vor Ort so leicht nicht gibt: So kann man kleine Film-clips mit Beobachtungen vom Frühling in der Stadt und der „Corona-Stille“ auf einem Schulhof leicht aufnehmen und einspielen. Oder einen Andachtsimpuls an anderem Ort aufnehmen, wie im Bibelhaus Erlebnismuseum, im Museum für Kommunikation.

Eine solche Aufnahme vor Ort für 20 Minuten Film dauert 2-3 Stunden, das ist wirklich erstaunlich – und wenn alles aufgenommen ist, dauert es noch einmal 4-5 Stunden bis alles geschnitten und „hochgeladen“ ist, so dass per YouTube der Film für alle zu finden ist. Ein ziemlicher Aufwand, aber die Zugriffszahlen und die Resonanzen waren sofort ermutigend. 

Und was bleibt davon? Es bleibt die Erkenntnis, dass immer wieder neue Kommunikationswege gesucht werden müssen, um das Evangelium weiterzusagen. Und es braucht immer wieder neue Wege, um zu erfahren, was die Menschen umtreibt. Wir haben die E-Mail-Adresse gebet@ev-hoffnungsgemeinde.de im Abspann eingeblendet und ermutigt, uns Gebetsanliegen zuzusenden. Einige haben davon Gebrauch gemacht. 

Andreas Klein

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