Inseln entdecken und Brücken bauen

© Fa-Rung Rath
Veröffentlicht am Mo., 2. Dez. 2019 10:04 Uhr
Gemeindebrief

Seit nun 8 Monaten bin ich in unserem Planungsbezirk. 

Was bedeutet das eigentlich? Im Grunde genommen ist das relativ einfach. Es wurde sich vor einiger Zeit überlegt, dass drei Gemeinden eine gemeindepädagogische Stelle für Kinder und Jugendliche bekommen. Daher lässt sich meine Arbeit wohl kaum besser beschreiben, als die Aufgabe Übergänge zu schaffen, das Miteinander zu fördern.

Schaut man genauer hin, ist das dann doch nicht so einfach. Betrachtet man Frankfurt als ein Meer und die Gemeinden als Inseln, ergibt sich folgendes Bild. Jede Gemeinde als Insel hat ihre Besonderheiten, ihre eigene Vielfalt. Sie sind umgeben von der Frankfurter See, die ihre wunderschönen und rauen Seiten hat und auch großen Einfluss auf das Leben der Inseln nimmt. Und trotz der räumlichen Distanz ergeben sich 

gemeinsame Werte durch den christlichen Glauben und die christliche Gemeinschaft. Nächstenliebe findet sich auch auf der Nachbarsinsel. Daher besteht die Herausforderung darin, sowohl die Schönheit der eigenen Heimatgemeinde zu erkennen und gemeinsam zu gestalten, als auch die Nachbargemeinden als spannenden Urlaubsort zu entdecken.

Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden befinden sich auf vielen Ebenen in Übergängen. Sie beschreiten die Brücke von der Kindheit zur Jugend. Sie sind auf dem Weg zu mündigen Gemeindemitgliedern. Sie erweitern ihren Horizont in Hinblick auf Glauben und Gesellschaft. 

Sie orientieren sich auf ihrer Heimatinsel, der Hoffnungsgemeinde. Und sie haben bereits die Gemeinde Frieden und Versöhnung und die Dreifaltigkeitsgemeinde bereist. Die Konfis, Teamer*innen, Pfarrer und ich waren zusammen auf einer fantastischen Konfi-Fahrt. Dort hat man sich kennengelernt oder bereits bekannte Gesichter aus anderen Zusammenhängen wieder getroffen. Der ein oder andere Konfi aus der Hoffnungsgemeinde kam in den Gottesdienst der Gemeinde Frieden und Versöhnung. 

Die Teamerinnen aus Dreifaltigkeit und Frieden und Versöhnung besuchten den Einführungsgottesdienst der Konfis in der Hoffnungsgemeinde, „weil wir ja auch ihre Teamer sind“. Und mittlerweile werden alle drei Gemeinden von jungen ehrenamtlichen auch im Evangelischen Jugendring und im Evangelischen Jugendrat vertreten.

Und dann kam der Jugendaktionstag zum „Lauf(t) gegen Rassismus und Gewalt“. Die Konfis aller drei Gemeinden setzten sich zusammen mit dem Thema Demokratie und Vielfalt auseinander. Bei der Frage wofür wir eigentlich sind, stellten wir fest, dass uns vieles verbindet: Unter anderem der Wunsch nach respektvollem Umgang und Gleichberechtigung, das Leben in Gemeinschaft und Nächstenliebe. Und dann die Frage, wofür sind wir in unserer Gemeinde bzw. Stadtteil? Auch darauf fanden die Konfis tolle Antworten. 

Zusammen nahmen wir am „Lauf(t) gegen Rassismus und Gewalt“ teil. Jeder auf seine Weise und doch mit einer Botschaft: Wir sind für ein gutes und friedliches Miteinander und setzen gemeinsam ein Zeichen.

Unsere Konfis wagen immer wieder neue Übergänge, machen sich auf den Weg zu neuen Ufern, erleben aufregende Reisen und kommen mit neuen Eindrücken in ihre Heimatgemeinde zurück.

Ich glaube, dass wir sehr viel von Kindern und Jugendlichen lernen können. Oft braucht es neben Neugier auch Mut, um Neues zu wagen. Und mit jedem Mal, indem wir neugierig und mutig in die Welt hinaus gehen, wird sie Stück für Stück aufregender, vielseitiger und bunter.

Mit herzlichen Grüßen

Gemeindepädagogin Fa-Rung Rath

Bildnachweise: