Übergänge im Alltag

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Veröffentlicht am Mo., 2. Dez. 2019 09:54 Uhr
Impuls

Das Leben und die Umwelt bieten uns meist eine gewisse Kontinuität. Das, was wir als Übergänge bezeichnen, nehmen wir erst später wahr, auch dies ist meist ein längerer Prozess. Es kommt nicht oft zu wirklichen Brüchen, wie etwa durch den Verlust eines geliebten Menschen, mit dem man sich sehr verbunden fühlte. 

Beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand fallen manche Menschen nicht in das bekannte „Loch“, sondern sind gut auf ihren Ruhe- bzw. Unruhestand vorbereitet. Besonders dann, wenn ehrenamtliche Aufgaben weiterhin oder neu wahrgenommen werden. Der Übergang lässt sich so als angenehm empfinden, ein Mensch gleitet sozusagen hinüber in eine neue Lebensphase, die auch neue Perspektiven eröffnet. 

Welche Übergänge begegnen uns im normalen Alltag? Der Fluss trennt, die Brücke verbindet Menschen und Stadtteile. Naheliegend ist auch der Straßenübergang, entweder über einen Zebrastreifen oder ampelgesichert oder illegaler Übergang, den wir alle ohne schlechtes Gewissen schon genutzt haben.

Unsichtbar bleiben meist die Übergänge zwischen den stadtplanerisch festgelegten Bezirken, das heißt, es können historisch gewachsene Quartiere oder scheinbar willkürlich entstandene Grenzen der Ortsbezirke sein. Wer das Westend oder Gutleutviertel körperlich und auch mental verlässt und in den Nachbarschafts-Stadtteil wechselt, ist sich meist nicht bewusst, dass er oder sie sich immer noch im Gebiet der Hoffnungsgemeinde befindet und seine Füße oder die Auto- oder Fahrradreifen das Pflaster oder den Asphalt unseres „Kirchspiels“ berühren. 

Die Hoffnungsgemeinde besteht nun nach zwei erfolgten Fusionen seit sechzehn Jahren (2003). Der Fusionsprozess ist vielleicht immer noch nicht abgeschlossen, zu unterschiedlich sind die Stadteile und ihre Bewohnerschaft: Bahnhofs- und Gutleutviertel, Teile des Gallus und das südliche Westend. Dies bedeutet aber keineswegs ein Hindernis für eine gemeinsame Gottesdienstpflege und darüber hinaus unsere Veranstaltungskultur. Die nächste Generation der Gemeindemitglieder wird damit weniger Probleme haben, und wir alle arbeiten in der Gegenwart gemeinsam an einem harmonischen Zusammenwirken - besonders was die künftigen Herausforderungen des Um- oder Neubaus der Matthäuskirche betrifft. 

Peter Metz

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